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Auto Motor Sport 18.8.1976
Seite 12:
Wettbewerb
Hans –
Jochen Zychlinski, 29, ein in Bückeburg beheimateter Fernmeldetechniker,
hat seinen Ehrgeiz, das schnellste Straßenauto in Deutschland zu
besitzen, in die Tat umgesetzt.
Aus einem BMW 1600, Baujahr 1968, von dem inzwischen nur noch das Dach
original ist (!!) ,
baute er seinen 3300 Turbo (!!) , dessen Motor je nach Ladedruck 600 PS
leistet.
Dafür waren grundlegende Änderungen an dem Dreiliter-Sechszylinder-Motor
notwendig: Mit einer 324 Grad – Nockenwelle, 48er Einlaßventilen
sowie 3 Doppelvergasern und einer Hubraum - Aufstockung auf 3,3 Liter
waren etwa 300 PS vorhanden. Dazu kam noch der Lader. Alleine der Materialaufwand
beträgt etwa 40.000 DM. (Anfang der 70er Jahre!!)
Der Motor schluckt etwa bis zu 40 Liter, die den 135 Liter –Tank
erforderlich machen. 245er Reifen auf 11 Zoll breiten BBS-Felgen sorgen
für erforderlichen Bodenkontakt.
Das Fahrwerk mit innenbelüfteten Bremsen stammt vom BMW 3.0 SI.
Die Höchstgeschwindigkeit: 290 km/h. usw.
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2)
General Anzeiger EXTRA 3 / 1991 ab Seite 29
Turbotuning aus dem „Untergrund“
Hans – Jochen Zychlinski – einer der fähigsten
Turbo-Entwickler Deutschlands- der Fachmann, wenn
es um „heißgemachte“ Turbomotoren geht.Das
derzeit stärkste Pferd im Stall ist ein BMW auf 2002-basis. Im
Motorraum ist es so eng, dass der Ladeluftkühler schon Außenluft
schnuppert.Wie Bilder im Wohnzimmer hängen
zahllose (extrem getunte)Zylinderköpfe griffbereit an der Wand.
Die Adresse ist unscheinbar. Ein Haus, das Grundstück mit Bäumen,
Büschen und Sträuchern bewachsen. Kaum vorstellbar und dennoch
wahr. Hier wohnt einer der sachverständigsten Motoren-Entwickler
Deutschlands.Vor über 20 Jahren, man schrieb
das Jahr 1968, interessierte sich die Weltöffentlichkeit für
die Geschehnisse um die opponierende Jugend. Studentenrevolte und Vietnamkrieg,
aber auch Rolling Stones, Beatles und Jimi Hendrix bewegten die Gemüter.
In diesen „wilden“ Jahren werkelte Hans – Jochen Zychlinski,
gerade einmal 21 Jahre jung, unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit
an seinem ersten, von einer Turbomotor – Eigenentwicklung angetriebenen,
renntauglichen Sportwagen.
Fertiggestellt, lieferte das auf einem BMW – 1602 Chassis aufgebaute
Fahrzeug „locker“ 600 PS.
Selbst ein Hans – Joachim Stuck, einer der bekanntesten deutschen
Rennsport- Piloten ( Formel 1 – Fahrer), bekam nach einem Blick
unter die Motorhaube glasige Augen.
Bisweilen sieht man auf den Straßen eines seiner
heutigen „Produkte“. ( Fast) Alle sind mit dem eingängigen
Slogan „ Zynki – Power“ versehen. Meist handelt es
sich dabei um Automobile der Marke BMW, die, wenn Zychlinski sie erst
einmal bearbeitet hat, mit dem Original nicht mehr viel gemeinsam haben.
Aber auch einen VW-Golf ( 1) - „Dabei fährt
Oma zum Einkaufen in die Stadt“ - trimmt er manchmal auf Hochleistung.
Eines der skurrilsten Gefährte ist allerdings ein
aus Bundeswehrbeständen ausrangierter „DKW-Munga“,
Baujahr 1962. Natürlich ist auch er mit dem Schriftzug „Zynki
– Power“ versehen. „ Viele Leute, die das lesen, halten
mich für einen Spinner“, amüsiert sich Zychlinski.
Doch es schwingt auch ein bisschen Ärger darüber mit, dass
seine Tuning-Künste in unseren Breiten nicht die Wertschätzung
genießen, wie in anderen Ländern.Zurück
zum „Munga“. Man kann ja schließlich nicht wissen,
dass unter der Motorhaube dieses unscheinbaren Vehikels rund 340 Pferdestärken
nur darauf lauern, in Gang gebracht zu werden. Und schon mancher Sportwagenbesitzer,
der sich auf einen Ampelsprint mit diesem Geländewagen ( Leergewicht
unter 980 kg!!) eingelassen hatte, war hinterher völlig konsterniert.
O-Ton Zychlinski: „Die sehen doch alle keine Schnitte“.
Ähnliche Erlebnisse hatte er auch mit seinem derzeit
stärksten Pferd im Stall. Auf BMW –2002-Basis aufgebaut,
ist bei diesem Wagen – typisch für Gefährte, die Zychlinski
unter seine Fittiche genommen hat - nichts mehr so, wie es einmal war.
Schon der äußere Anschein lässt ahnen, was in dem Wagen
steckt. Ein riesiger Heckspoiler verleiht dem Kraftpaket die nötige
Bodenhaftung. Kotflügelverbreiterungen und tiefer gelegtes Fahrwerk
sind obligatorisch. Der gesamte Unterboden wurde mit ( leichten Alu)
Blechen verkleidet, einerseits, um dem Fahrtwind weniger Angriffsfläche
zu bieten, anderseits, um durch den sich unter dem Wagen bildenden Unterdruck
eine noch höhere Bodenhaftung zu erreichen. Das ist bei einem Leergewicht
von noch nicht einmal 990 kg auch zwingend erforderlich. Kotflügel,
Hauben, Türen usw. hat der Bückeburger Autotuner selbstverständlich
aus ( sehr leichtem) Kunstharz hergestellt. Die ausgebaute Motorhaube
kann man mühelos mit zwei Fingern anheben und wegtragen. Ich habe
mich davon überzeugt.
... Selbst „normale“ Schrauben fertigt Zychlinski
aus leichtem Aluminium. Diese werden anschließend noch hohlgebohrt.
Das bringt zusätzliche Gewichtseinsparung.
... Der von ihm modifizierte Zwei-Liter-Motor leistet
bei 7400 Umdrehungen rund 490 PS. Diese Leistung beschleunigt den (
straßenzugelassenen!!) Renner auf weit über 300 Kilometer
in der Stunde. ... 190 fährt der schon im Standgas!
... die Frage nach den Verbrauchswerten: „ Ständig
mit Vollgas gefahren über 50 Liter“
Ganz anders ist das Verbrauchsverhalten bei normaler Fahrweise im Straßenverkehr.
Dank der selbstentwickelten, ausgefeilten Motorentechnologie verbraucht
das Auto dann bis zwei Liter weniger als ein serienmäßiger
BMW 2002. Und wer fährt eine solche Rakete schon ständig mit
Vollgas?
... Zychlinski jedenfalls nicht. „Ich fahre nicht
wie ein Irrer“, bekundet er.
In der Flensburger Kartei wird man seine Karte nicht finden.
Unterwegs zum Nürburgring fährt er „so schnell wie ein
(Serien) Trabbi“ - ( meistens).
... um von anderen Verkehrsteilnehmern auch rechtzeitig erkannt zu werden,
ist das Auto an markanten Stellen mit reichlich Leuchtfarbe lackiert
worden.
Mit einem mausgrauen Wagen würde ich das nicht machen. Das grenzt
ja schon an Selbstmord.
... Es versteht sich von selbst, dass er seine bisherigen
Autos motorisch immer auf dem neuesten Stand hält.
... Trotzdem hat er schon wieder ein neues Projekt in
Arbeit. Derzeit werkelt er an einem GT 40.
Auch der Motor ist schon in Arbeit: Er basiert auf einem 12 Zylinder-Jaguar-Block.
... Dabei nicht zu vergessen, die ungezählten Einzelteile, die
er, weil es sie sonst nirgends zukaufen gibt, selbst anfertigen muss.
(!!)
... dann wird das Auto einmal von einem rund 1200 PS leistenden Aggregat
angetrieben, Höchstgeschwindigkeit von deutlich über 400 km/h
(!!)
... Dann hätte er auch wieder den schnellsten, vom TÜV zugelassenen,
straßentauglichen Sportwagen in Deutschland!
Fotos + Bericht:
Meinecke
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| 3)
Weiss – Blau – Edition Das Magazin für BMW–Freunde
3/1996
Geschichten
um 1001 PS.
Wenn eine
Kreuzung aus BMW – Klassiker und Raumschiff mit außerirdischen
300km/h über eine Autobahn der nördlichen Hemisphäre fliegt,
steckt meist Hans – Jochen Zychlinski dahinter. Wo er die Haube
aufklappt, klappen die Kiefer der BMW – Fans nach unten.
Günther Stadelmaier hat ihn in Bückeburg besucht.... Der erste,
der nicht schlecht staunte, war der Turbo-Pionier Michael May, der mit
seinem im Jahre 1967 neuartigen Turbo-Tuning damals nur in Ford und Opel
Dampf machte. Auf seinem Hof stand im Frühjahr 1967 ein junger Mann,
der mit seinem BMW den weiten Weg nach Schwaben gekommen war. Er wolle
ein paar May-Teile kaufen, um in seinem BMW 1600-2 eine ordentliche Turbo-Anlage
zu installieren. Dipl. Ing. May klärte ihn auf, dass er das wohl
niemals alleine zum Passen, geschweige denn zum Laufen kriegen würde.
Aber der junge Bursche ( Zychlinski) blieb dabei. Darauf May: „
Ja Hailandsack, Du schbennsch ja, Kerle! Do hasch die Zeig, gib mer 1000
DM and no hau ab!“ Dies muss wohl für Hans – Jochen Zychlinski
eine Art verschlüsselte Liebeserklärung von May gewesen sein,
lange bevor May selbst an die kleinen BMW ging.
Es entstand in jahrelanger Arbeit nach und nach ein orange – weißer
super-breiter BMW 2002, der von Zynki bis 1976 so weit umgebaut und verbessert
wurde , dass er mit einem 3,3 Liter Sechszylinder runde 600 PS leistete.
... Später hatte der Zynki – Turbo bei nur 1085 kg Kampfgewicht
dann 3,9 Liter und runde 900 PS, nach seinen (Text + Foto)Aufzeichnungen.
(usw. 10 seitiger Bericht mit 13 Fotos)
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4)
BMW –TUNING - SPEZIAL 2 / 2002 ab Seite 52:
Le Mans –
High Speed, die BMW – Niere ist echt.
Das Fabrikschild sitzt an der richtigen Stelle und belegt, dass es sich
bei dem weißen Flachmann um einen (ehemaligen) BMW 2002 turbo, Baujahr
1974, handelt.
Diese Aussage hat jedoch nur noch antiquarischen Wert, denn vom einstigen
Heißsporn aus Dingolfing in nur 1672 Exemplaren gebaut und zu Preisen
ab 20.780 Mark an den Mann gebracht, existiert fast nur noch die Silhouette
(entfernt!!) .
Selbst auf den ersten Blick „echte“ Komponenten wie Türen
und Motorhaube usw. sind Nachbauten aus (extrem leichtem) Kunststoff.
Als „Eigenbau im BMW – Look“ bezeichnet der Besitzer
Hans – Jochen Zychlinski aus Bückeburg denn auch seine Konstruktion.
Wobei der Rückgriff auf ein altes Fahrzeug einen unschätzbaren
Vorteil bei der Zulassung bietet.
... Der Bückeburger rüstet seit mehr als drei Jahrzehnten Autos
mit Turbo-Motoren aus, denn er ist felsenfest davon überzeugt, dass
kleine, aufgeladene Aggregate die Zukunft gehört ( weniger Verbrauch
+ geringere Umweltbelastungen.
In Kombination mit intelligentem Leichtbau lassen sich so sparsame, sichere
und leistungsstarke Autos bauen.
... Für
die Zulassung musste er den Motor auf 517 PS drosseln und die Höchstgeschwindigkeit
auf 310 km/h begrenzen.
Doch selbst hier handelt es sich allenfalls um einen akademischen Wert,
nur auf einigen Rennstrecken oder einer sehr leeren Autobahn zu erzielen.
... Und hier fährt Hans – Jochen Zychlinski nicht mehr so gerne.
„Zu dichter Verkehr, zuviel Rücksichtslosigkeit“. ? Da
sind die Baustellen. Er hält sich genau an die Geschwindigkeitsbegrenzungen.
Käme im Traum nicht darauf, die Arbeiter durch (verbotene) Raserei
zu gefährden. Und wird an diesen Stellen stets überholt. Wobei
die anderen Autoinsassen zumeist sehr schräge Blicke auf sein Gefährt
werfen. Die sich bei freier Bahn über den „Spinner“ lustig
machen, von dem sie gerade überholt worden sind. „ Ich muss
mir nichts mehr beweisen“, sagt der 57 –Jährige.
... Und ein Lader, wie er 1983 im Formel -1 von Nelson Piquet saß,
findet sich normalerweise nicht in Straßenfahrzeugen. Doch Hans
– Jochen Zychlinski ist kein Freund halber Sachen.
Er gönnt seinen Autos alles, was gut ist. Leider ist dies zumeist
auch (sehr) teuer, doch das interessiert den Mann nicht.
... Nun beruhen die Fahrleistungen des „Ex-BMW“ nicht nur
auf seinen Motor, sondern auch auf seiner ausgefeilten Aerodynamik und
auf seinem geringen Gewicht.
Der Weg hierzu führt teils über den konsequenten Ersatz von
Stahl durch Kunststoffe, teils über pingelige Feinarbeit. Beispielsweise
sind die Metalleinfassungen der original Blinker soweit wie möglich
ausgebohrt. Die Seiten –und Heckscheiben bestehen aus Kunststoff.
Kotflügel, Hauben, Türen und Dach bestehen aus Kunststoff. Tragende
Bleche im Motorraum wurden durch einen Stahl –Rohrrahmen ersetzt.
Dazu kommt eine ausgefeilte Aerodynamik mit glattem Unterboden, der einen
Heckspoiler überflüssig macht. Nötig hingegen ist der Frontspoiler,
da das Basisauto nicht für Geschwindigkeiten jenseits der 200 km/h
ausgelegt ist.
Die weit ausgestellten vorderen Kotflügel sind nach hinten offen,
sodass die aufgewärmte Kühlluft von Maschinerie und der 380
mm-Bremse abgeleitet werden kann.
... Kühlung für die Insassen bietet das abnehmbare Dach, das
sich zusammen mit den hinteren (sehr leichten) Kunststoff-Seitenscheiben
im Kofferraum verstauen lässt.
... Tja, und das Auto fährt, nach erstem Eindruck problemlos.
Was aber
nicht weiter verwundert, denn in Bückeburg stehen weitere „BMWs“,
darunter ein „1502“ und ein „CS-L“, die allesamt
erleichtert und erstarkt sind. Bei Gelegenheit mehr.
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| 5)
BMW Scene Live 10 / 2003 ab Seite 96:
Bis
zu 1.000 PS ( eintausend) sind in dem Boliden drin (!!) .
„Was ist das?“ Jeder sieht´s, und alle wundern sich,
sobald dieses einem Sportprototypen ähnliche Fahrzeug mit 02-Front
naht. Dieses Auto ist nicht etwa ein Versuchswagen von BMW, sondern das
Werk von Hans – Jochen Zychlinski - auch als „Zynki-Power“
bekannt. Sein „Le Mans – High Speed“ getauftes Fuhrwerk
kann an die 1000 PS (eintausend) auf die Hinterachse wuchten und ist bis
zu 350 km/h schnell.... ist urgewaltige Kraft. So märchenhaft seine
Fahrleistungen ( ungedrosselt!!) auch scheinen, die erzielten Ergebnisse
sind keine Hexerei.
... Er selber hält den Ball lieber flach: „Eigentlich wende
ich ja nur die Gesetze der Physik konsequent an“, gibt sich Zychlinski
bescheiden. Und doch ist es nicht Zurückhaltung, sondern der Ehrgeiz,
es besser als andere zu machen, der den Tüftler nun schon seit 40
Jahren in immer höhere PS – Dimensionen treibt.
... Schnellere, stärkere, sichere und zugleich sparsamere Sportwagen
zu konstruieren, das war und ist sein erklärtes Ziel.
... Nur die Phantasien eines Autoenthusiasten? Nein! Zynkis Visionen mögen
anderen wie Utopien erscheinen. Für den heute 56 –jährigen
sind sie in langen Jahren intensiver Entwicklungs- und Handarbeit Wirklichkeit
geworden.
... Denn mit Elan und Tatkraft stellte er, mit seinen bescheidenen Mitteln
und meist im Alleingang - die Machbarkeit seiner Ideen unter Beweis.
... Als Vordenker versteht sich der Autodidakt, der auch ohne Ingenieursstudium
das Talent zum Konstrukteur früh in sich spürte und Ende der
60er Jahre zum Pionier der Turbo- Technologie in BMW – Fahrzeugen
avancierte. Was Zychlinski anderseits aber auch zugleich motivierte, ist
ein - Zynkis Meinung nach – mithin fehlgeleiteter und weit hinter
seinen Möglichkeiten zurückbleibender Serien – Sportwagenbau.
... Dieser vermeintlichen Unvernunft stellt Zynki seine „rationellen“
Konzepte gegenüber.
Und das schon seit jahrzehnten. Manchem mag Zynkis nimmermüdes Engagement
für einen alternativen Sportwagenbau wie ein Kampf gegen Windmühlen
vorkommen. Ergebnislos blieb sein Bemühen nicht!
... Damals wie heute kam die sensationelle Triebhaftigkeit seiner Prototypen
von der turbo-technologie. Mit dieser Thematik und ihrer Adaptierung für
BMW – Motoren hatte sich Zynki bereits zu einem Zeitpunkt befasst,
als professionelle weiß – blaue Tuner nicht einmal im Traum
an diese Technik dachten, geschweige denn Druckerzeugnisse dieser Art
auf Lager gehabt hätten.
... Einen
gewaltigen Schub nach vorn brachten ihm dann seine Aktivitäten im
Rennsport, wo er u.a. in einem Team mitarbeitete, das 2x (1995 + 1999)
in einer europaweiten Serie u.a. für gebrauchte Formel 1- Fahrzeuge
den Meistertitel gewinnen konnte.
Davor profitierten bereits ein BMW 320i in der DRM ( Deutsche Rennsport
Meisterschaft) und ein Lola der Gruppe C ( 2 sitziger Sport – Prototyp)
mit BMW – Formel – 1 – Motor von seinen Kenntnissen.
... Zynki hatte dem Rennsport viel zu geben. Im Gegenzug bekam er auch
viel zurück.
... Warum konstruiert Zynki den „Le Mans – High Speed“
um einen 74 er BMW – Turbo herum?
Um einen Hochleistungswagen mit Straßenzulassung zu bauen, ist ein
älteres Fahrzeug als Basis ideal, weil es zum einen weniger wiegt
und zum anderen höhere Geräusche – und Abgaswerte zulässig
sind.
... Dank
Leichtbauweise ( Chromo 4- Stahlrohrrahmen, alle Karosserie – Komponenten
aus Kohlefaser oder Alu, Scheiben aus Makrolon, nur 4,6 kg schwere Kohlefasersitze)
bringt der Viersitzer (!!) nur 990 kg auf die Waage.
... Zum Zwecke
eines besseren Geradeauslaufes und hohen Kurvengeschwindigkeiten ist sein
Unterboden mit Alu oder Kohlefaser in Flügelprofilbauweise glatt
verkleidet, wobei die Luftschächte unter dem Fahrzeug mit seitlichen
Gummischürzen zur Fahrbahn hin abgedichtet wurden. Um den gewonnenen
Ansaugeffekt zu erhalten, sind die Radhäuser, die hinten übrigens
(in der schmalen Version!!) 3 teilige BBS- Felgen in 13,5 x 17 mit 335/35er
Bereifung verbergen, komplett abgedeckt.
... Hervorzuheben
wäre ferner der günstige Schwerpunkt, welcher sich aus den Maßen
von 4,44 m Länge, 2,04 m Breite und 1,09 m Höhe ergibt.
Es garantiert mit der strömungsgünstigen Form und den aerodynamischen
Vorrichtungen höchste Fahrdynamik.
... Um die Reibung im Motor und die Gewichtsbelastung des Fahrzeugs möglichst
gering zu halten, entschied sich Zynki für einen Vierzylinder-Motor
als Antriebseinheit. In diesem Falle ist ein 2,5 – Liter-M3- DTM
– Aggregat mit 375 PS das eisenere Herz des Giganten . Der Hauptanteil
an seiner gewaltigen Leistungssteigerung geht auf das Konto eines Turboladers
( K 36 von KKK), der unter anderen 1983 in dem Brabham –BMW von
Nelson Piquet in der Formel 1 zum Einsatz kam.
... Darüber hinaus machen (nochmals) vergrößerte Ein –und
Auslaßventile, eine Turbo-Nockenwelle, sowie spezielle Ventilfedern,
Sitzringe oder Schmiedekolben den Wagen richtig mobil.
... Noch ein Wort zu den Kolben. Hierbei handelt es sich um sogenannte
Kühlkanalkolben
In Zynkis Auto sind es Sonderanfertigungen mit mehrfacher Oberflächenbeschichtung
und einem kleinen inneren Ölsee. Dieses Reservoir sorgt für
eine erhebliche Reduzierung der Brennraumtemperatur. Schon dieser coole
Effekt soll gegenüber dem der üblichen Kolbenspritzkühlung
für ein stattliches Leistungsplus gut sein. Die Füllung des
Ölsees mit kaltem Frischöl geht übrigens über 4 Düsen
a 3,3 mm Durchmesser vor sich, wobei das heiße Öl mit einem
Druck von über 7 bar aus dem Kolben gepresst wird.
... Noch
mehr Frisches gefällig? Eine zusätzliche Kühlung der Brennräume
wird über eine ladedruckabhängige Wassermethanol – Einspritzung
erzielt.
... Desweiteren
werden - ebenfalls in Abhängigkeit vom Ladedruck – alle Kühler
mit einem speziellen Alkohol eingenebelt. Im Endeffekt setzen beide „Sprühtechniken“
zusätzliche Kräfte frei.
... Die Verdichtung des Motors liegt bei 8,25. Das lässt –
angesichts der umfangreichen Modifikationen mit stark vergrößerten
Kanälen sowie extremen Ventilhüben und Steuerzeiten –
einen absoluten Ladedruck von 2,6 bar zu.
... Um die Straßenzulassung zu erhalten, musste sein Output auf
517 PS bei 7400 U/min gedrosselt werden.
... Ohne Power- Klauer liegt sie aber bei ca. 710 PS, was einem hervorragenden
Verhältnis von 1 PS pro 1,39 kg Gewicht entspricht.
... Sollte auf entsprechender Piste die Wassermethanol-Einspritzung hinzukommen,
stehen gar mächtige 1000 PS zur Verfügung, um den Wagen auf
sagenhafte 350 km/h zu katapultieren.
... Schlußwort:
Autoträume haben viele. Aber nur wenigen ist es vergönnt, ihre
Visionen auch zu verwirklichen.
Hans – Jochen Zychlinski gehört eindeutig zur zweiten Gruppe.
Darum ist
er wirklich zu beneiden.
Text &
Fotos: Mathias Ebeling
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| 6)BMW
Scene Live 11 / 2003 ab Seite 98:
Need for
Street ? Je oller , je doller ! 1180 kg Gewicht; 3,7 Liter Hubraum; 339
PS;
265 km/h Topspeed, die Daten dieses knallroten Geschosses im Kunststoffmantel.
Klar, dass unter der Verschalung dieser Granate, die mal ein vergleichsweise
harmloser BMW 2800 CS aus dem Jahre 1970 war, mehr als normal steckt.
Denn der Bolide gehört niemand anderem als Turbo-Pionier Hans –
Jochen Zychlinski, besser bekannt als Zynki – Power.
... doch ist auch dieses Projekt weder ein lahmer Klepper noch von schlechten
Eltern. Sein „Oberhaupt“ kann schließlich aus dem reichen
Erfahrungsschatz einer über 40-jährigen Aktivität rund
um und im Rennsport schöpfen. Logisch, dass sein gesamtes enzyklopädisches
Wissen zum Thema „Wie mache ich ihn schneller, leichter und strömungsgünstiger?“
seit Grundsteinlegung dieser Gib-Gas-Anstalt mit einfloss.
... Nach Zynkis Fitnesskur trägt das Auto 175 kg weniger auf seinen
Rippen mit sich herum.
Diese Ersparnis ist nicht von Pappe, sondern aus Kunststoff. Scheiben,
Hauben, Kotflügel und Türen sind aus dem leichten Material.
Auch im Innenraum wurde auf unnötigen Ballast verzichtet.
... Heute wird in gewichtsreduzierten Schalensitzen Platz genommen, hinten
dürfen es sich 3 weitere Passagiere in ALU – Gestellen bequem
machen.
... Strömungsgünstig präpariert präsentiert sich der
mit Aluminium verkleidete Unterboden.
... Die Radhausabdeckungen sollen übrigens helfen, den für hohe
Fahrleistungen bei extremen Geschwindigkeiten wichtigen Unterdruck da
zu belassen, wo er hingehört – unter dem Wagen nämlich.
... Kernstück der Zynki – Power – Philosophie ist und
bleibt aber das Triebwerk.
Im 3700 CS –L sorgt ein Reihensechser aus eigener Fertigung für
Bewegung.
... Also wurde der Block auf 3,7 Liter Hubraum aufgebohrt. Das weitere
Rüstzeug für die Kraftentfaltung auf 339 PS stellen erleichterte
und polierte Pleuel, vergrößerte Ventile , Schmiedekolben und
eine Schrick – Nockenwelle mit 328° - Öffnungswinkel zur
Verfügung.
... 3 Stck. 50 er - Weber-Doppelvergaser ( also 6 stck-vergaser) mit kurzen
Renneinlaßtrichtern und großen K&N-Luftfiltern versorgen
die bearbeiteten Brennräume mit explosivem Material.
... Bei Tempo 200 km/h liegen 3950 U/min an.
... Hellrot mit gelben Signalstreifen - dieses Gepräge dient der
Sicherheit.
... Wer allerdings farbenblind ist und den mit 265 km/h heransausenden
3700 CS – L (eichtbau) deswegen zu spät zur Kenntnis nehmen
sollte, der wird mit einem massiven Lauschangriff lautstark dazu ermuntert,
endlich mal die rechte Spur zu benutzen. Denn vom Fächerkrümmer
mündet der Auspuff geradewegs und ohne Umschweife in einen ofenrohrförmigen
Auslaß, aus dem unter infernalischen Getöse in einer Stärke
von 99 Phon reinster und ungedämpfter Sportwagensound das Weite sucht.
... Es ist wirklich wahr: Wenn der 3700 CS – L losfetzt, sind Hochgeschwindigkeitswochen
angesagt und werden die Tage des Donners eingeläutet.
... Sämtliche Änderungen an diesem Fahrzeug sind übrigens
eingetragen - wobei das Datum der Erstzulassung im Jahre 1970 ja mehr
Spielraum für alle möglichen und schier unmöglich anmutenden
Umbauten zuläßt. ? Bei Fahrzeugen, die erst nach dem 1.Oktober
1971 beim Straßenverkehrsamt aktenkundig wurden , sind – aufgrund
der dann geltenden Gesetze und Bestimmungen – Modifikationen dieser
herben Härte für einen Betrieb in aller Öffentlichkeit
meist leider tabu.
... Vor diesem Hintergrund sollte nach der Lektüre dieses Berichts
hoffentlich verständlich geworden sein, warum Zynki es richtig oll
und mächtig doll treibt.
Text & Fotos: Mathias Ebeling
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7)
Hannoversche Allgemeine 18.11.1986
„Karrierebewußtsein“ - eine Beleidigung für Polizisten
Polizeibeamten zu unterstellen, sie sammelten mit einer Anzeige wegen ordnungswidriges
Verhalten im Straßenverkehr nur Punkte für ihre Beförderung,
ist strafbar. Das Landgericht H. bestätigte jetzt ein Urteil aus der
ersten Instanz: Der 40 jährige Verkehrsteilnehmer Hans–Jochen
Z. war in Bad Münder (Kreis Hameln-Pyrmont) von einer Polizeistreife
angehalten worden. Die Beamten stellten fest, dass die Nummer der Anhängerkupplung
in den Fahrzeugpapieren fehlte.
Das aber war alleine auf die Vergesslichkeit der Ordnungsbehörde
zurückzuführen
Als er den Anhörungsbogen von der Bußgeldstelle erhielt, trug
er daraufhin erbost den Vorwurf des karrierebewussten Punktesammelns ein.
So etwas wird bei der Justiz grundsätzlich nicht nur als eine Art
rauher Männerspaß aufgefasst.
Wegen Verleumdung muss der Mann 600 Mark zahlen, entschied das Landgericht.
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8)
Bild Zeitung 18.11.1986
„ Polizisten sammeln Punkte“ – Anzeige!
Hans – Jochen Zychlinski (39) aus Bückeburg fährt einen
1000 PS starken BMW 1602 mit einem 3,7 liter-turbo-motor. Der Konstrukteur
besitzt sechs Turbo-Pkw und einen 400 PS - Unimog. (!!)
Im Juli wurde Zychlinski in Bad Münder mit einem 3-Liter-BMW von
der Polizei gestoppt. Eine Anhängerkupplung war im KFZ-Schein nicht
eingetragen.
In seiner Stellungnahme zum Bußgeldverfahren schrieb der verärgerte
Turbo-fan: „Die Polizisten haben eine Falschaussage gemacht, um
Punkte für eine Beförderung zu sammeln.“
Die Beamten zeigten den schnellen Mann an – Anklage.
Vorsitzender Richter Hans – Dieter Hase: „Sie sind weit übers
Ziel hinausgeschossen. Eine üble Nachrede. 600 Mark ( 30 Tagessätze
zu 20 Mark) Geldstrafe.
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9)Bericht
aus der Fachzeitschrift Oldtimer – Praxis
Ausgabe 12 – 2004 über HANS - JOCHEN ZYCHLINSKI
Hier ein kleiner Auszug:
1000
PS! Die „Autobiographie“ eines etwas anderen BMW 2002 turbo
Keine Kompromisse!
Leistung. Nichts anderes interessiert ihn. Seit 40 Jahren baut Zynki seine
Autos so um, dass ihn keiner überholen kann.
Wir trafen einen der schnellsten Männer auf Deutschlands Straßen
und sein außergewöhnlichstes Auto. ...............
Der 420 PS-Schriftzug
ist keine Prahlerei, sondern pure Untertreibung. „Beim Tanken kommen
manchmal die ganz Schlauen an und fragen, ob das denn stimme. Dann sage
ich immer: Nein, ist gelogen, denn eingetragen sind 517 PS.“ Und
die sind nicht einmal die Obergrenze, sondern der für den Alltag
abgestimmte Normalwert. Bis zu 1000 PS stehen an, wenn der Bauherr (Hans
– Jochen Zychlinski) des Le Mans High Speed am Dampfrad dreht. Dabei
wiegt sein Auto nur 950 kg.
Nichts besonderes, findet er. ZYNKI bewegt sich auf anderen Ebenen als
irgendein anderer Mensch diesseits des Atlantiks.
Auf der Autobahn freilich hat sich schon manch Erfolgsgewohnter in Porsche,
Ferrari und Mercedes über das komische Auto hinter ihm gewundert,
das in gebührendem Abstand blieb, aber trotzdem nicht aufhörte,
links zu blinken. Der Abstand zu ihm ließ sich auch nicht vergrößern-
und dann zog es vorbei ...
ZYNKI weiß, was er tut. ... aber vor allem, daß schneller
machen alleine nicht genügt, auch die gesamte Peripherie muß
zur Leistung passen.
Gegen Ende seiner Schulzeit hatte er einen Käfer mit PORSCHE-Motor.
Mitte der 60er kam dann sein 1. BMW 2000 Ti – TURBO mit 300 PS und
durch diverse Kunststoffteile erleichtert.
ZYNKI hatte seine Mission gefunden: Der schnellste Mann auf Deutschlands
Straßen zu sein. Keine Kompromisse. Diese Mission erfüllt sein
Leben, an ihr arbeitete er auch mal sonntags bis um 3 Uhr in der Früh.
Dann studiert er Werkstoffe, bearbeitet Zylinderköpfe bis an die
Grenzen des Möglichen, entwickelt Ventile nach eigenen Vorstellungen,
erforscht neue Möglichkeiten zur Hitzeabfuhr und führt einen
stillen, einsamen Kampf gegen jedes Gramm Gewicht. Sein Lieblingswort
ist „extrem“, seine häufigste Redewendung „aufs
1/100 genau“.
Verschiedene Wagen haben eine ZYNKI – Kur bekommen, darunter ein
BMW CS - L E9, dem er einen reinrassigen Rennmotor mit 50er Webervergasern
verpasste, aber auch Irrsinnsprojekte wie ein Käfer Cabrio mit 400
PS, oder Oberförsters Alptraum, ein 340 PS Munga (ehemaliger Geländewagen
der Bundeswehr mit 2-Takt- Motor bei „gutem Wetter“ fast 40
PS!) Die Krönung seines Schaffens, der Le Mans – High Speed.
Grundmodell war ein unschuldiger, braver 2002 turbo, ein zartes Chorknäblein
mit zaghaften 170 PS ...
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